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Meinungsbild der EVP-Basis zur Öffnung von Ehe und Fortpflanzungsmedizin

Die Ges­chäfts­lei­tung der EVP Schweiz hat bis Anfang März eine Umfrage unter den Mit­glie­dern der EVP Schweiz dur­chfüh­ren las­sen. Sie wollte wis­sen, wie sich das mut­mass­lich hete­ro­gene Mei­nung­sbild der Par­tei­ba­sis zu ver­schie­de­nen Aspek­ten rund um die Öff­nung der Ehe und der Fortp­flan­zung­sme­di­zin tatsä­chlich zusam­men­setzt.

Die Umfrage wurde an alle Mit­glie­der ver­sandt, rund 44 Prozent haben daran teil­ge­nom­men, was einer sehr hohen Rück­laufquote ents­pricht.

Breites Mei­nung­ss­pek­trum zur Öff­nung der Ehe (Kern­vor­lage)

Zur Öff­nung der Ehe für gleich­ges­chlecht­liche Paare als rei­ner Kern­vor­lage ohne Zugang zur Fortp­flan­zung­sme­di­zin zeigte sich ein breites und hete­ro­genes Mei­nung­ss­pek­trum: Zwei Drit­tel der Teil­neh­men­den spra­chen sich gegen die reine Kern­vor­lage (Öff­nung der Ehe ohne Zugang zur Fortp­flan­zung­sme­di­zin) aus: 52,7 Prozent mit "nein", 14,7 Prozent "eher nein". Ein Drit­tel der Teil­neh­men­den war dafür (20,1%) oder eher dafür (12,4%). 

Nach den Grün­den für ihre Mei­nung befragt (maxi­mal 3 Gründe, offene Nen­nung möglich), über­wo­gen für die Ableh­nen­den neben dem Ehe­verständ­nis der Ehe als Gemein­schaft von Mann und Frau sowie dem Zugang zur Vol­la­dop­tion auch die Tat­sache, dass die Kern­vor­lage als Türöff­nung für einen spä­te­ren Zugang für gleich­ges­chlecht­liche wei­bliche Ehe­paare zur Samens­pende ange­se­hen wird, man die Samens­pende aber ablehne.

Für die Befür­wor­ten­den stand vor allem die Ver­bind­li­ch­keit einer Bezie­hung im Zen­trum, der alle Paare einen gesetz­li­chen Rah­men geben kön­nen soll­ten. Aus­ser­dem sehen sie die Öff­nung der Ehe als Grun­drecht, da alle Men­schen vor der Ver­fas­sung gleich seien.  Ziel der Kern­vor­lage sei es, eine Ungleich­be­hand­lung von gleich­ges­chlecht­li­chen Paa­ren auf­zu­he­ben.

Klare Ableh­nung der Kern­vor­lage ink­lu­sive Samens­pende

Wäh­rend sich gegenü­ber der rei­nen Kern­vor­lage einer Öff­nung der Ehe für gleich­ges­chlecht­liche Paare noch ein brei­teres Mei­nung­sbild über alle Mei­nung­snuan­cen hin­weg zeigte, posi­tio­nie­ren sich die Teil­neh­men­den an der Umfrage gegenü­ber einer Kern­vor­lage ink­lu­sive Samens­pende für gleich­ges­chlecht­liche wei­bliche Ehe­paare deut­lich: Mehr als 86 Prozent sagen dazu Nein oder eher nein.

Zur Begrün­dung (maxi­mal 2 Gründe, offene Nen­nung möglich): Bei den Gegnern einer Kern­vor­lage ink­lu­sive Samens­pende über­wo­gen die Argu­mente, dass bei einer Samens­pende für wei­bliche Ehe­paare den Kin­dern der Vater vorsätz­lich ver­wehrt würde. Gleich­ges­chlecht­liche Paare könn­ten von Natur aus kein Kind zeu­gen, weshalb hier nicht künst­lich ein­ge­grif­fen wer­den sollte. Und schliess­lich erhöhe der Zugang zur Fortp­flan­zung­sme­di­zin für wei­bliche Ehe­paare den Druck mas­siv, auch die Eizel­lens­pende und Leih­mut­ter­schaft für männ­liche Ehe­paare zu lega­li­sie­ren, um keine neue Dis­kri­mi­nie­rung zu schaf­fen.

Dass in einem spä­te­ren Schritt auch Eizel­lens­pende und Leih­mut­ter­schaft zur Dis­po­si­tion ges­tellt wer­den könn­ten, stiess bei den Teil­neh­men­den der Umfrage eben­falls auf deut­liche Ableh­nung. Gründe dafür waren die Gefahr des Men­schen­han­dels und der Aus­beu­tung des Kör­pers der Frauen (Kind als kauf­bares Han­dels­gut) sowie die weit­ge­hend unbe­kann­ten lang­fris­ti­gen Kon­sequen­zen des Abbruchs der Früh­bin­dung zwi­schen Kind und Leih­mut­ter sowie für die Iden­titäts­fin­dung des Kindes.