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EVP verzichtet auf Volksinitiative für Religionsartikel

Der Zen­tral­vors­tand der EVP ver­zich­tet nach der Ver­nehm­las­sung bei Par­tei­gre­mien und kir­chli­chen Orga­ni­sa­tio­nen auf eine Volk­si­ni­tia­tive für einen neuen Reli­gion­sar­ti­kel in der Ver­fas­sung.

Glei­ch­zei­tig will Natio­nal­rat Wal­ter Donzé die Debatte im Par­la­ment mit einer par­la­men­ta­ri­schen Ini­tia­tive ans­tos­sen und die christ­li­chen Werte und den Reli­gions­frie­den sichern.

 

Der Zen­tral­vors­tand der EVP Schweiz hat an sei­ner heu­ti­gen Sit­zung in Solo­thurn bes­chlos­sen, auf die Lan­cie­rung einer Volk­si­ni­tia­tive für einen neuen Reli­gion­sar­ti­kel in der Ver­fas­sung zu ver­zich­ten. Das Anlie­gen wird zwar nach wie vor als nötig und wich­tig erach­tet, wie auch eine Ver­nehm­las­sung bei Par­tei­gre­mien und den ver­schie­dens­ten kir­chli­chen Orga­ni­sa­tio­nen ergab. Über die kon­krete Aus­ges­tal­tung gehen die Mei­nun­gen indes­sen ausei­nan­der. Ohne die breite Unterstüt­zung aller Kan­to­nal­par­teien und der kir­chli­chen Verbände will der Zen­tral­vors­tand aber das grund­sätz­liche Anlie­gen nicht gefähr­den.

 

Der EVP ist es seit Jah­ren ein Anlie­gen, dass in unse­rer Ver­fas­sung die christ­liche Wert­grund­lage fest­ge­hal­ten ist. Immer wie­der bre­chen öffent­liche Dis­kus­sio­nen über die Legi­ti­ma­tion christ­li­cher Tra­di­tio­nen oder Ver­laut­ba­run­gen auf. Der blosse Hin­weis auf unsere christ­liche Ver­gan­gen­heit genügt alleine nicht. Die Tat­sache, dass die Schweiz und ihre his­to­ri­schen Errun­gen­schaf­ten auf der Basis christ­li­cher Über­zeu­gun­gen

grün­den, soll sich in der Ver­fas­sung nie­der­schla­gen. Deshalb hätte in einem neuen Absatz in Arti­kel 72 (Kirche und Staat) fest­ge­hal­ten wer­den sol­len, dass die Schweiz aus ihrem christ­li­chen Erbe schöpft. Zur Dis­kus­sion stellte die EVP auch wei­tere Absätze, wonach Kir­chen und Reli­gions­ge­mein­schaf­ten zu einem von Tole­ranz getra­ge­nen Zusam­men­le­ben bei­tra­gen und Men­schen­rechte, Demo­kra­tie und Rechtss­taat respek­tie­ren müs­sen und wonach dem Bund die Bezie­hung­sp­flege zu gesamt­sch­wei­ze­risch täti­gen Kir­chen und Reli­gions­ge­mein­schaf­ten obliegt.

 

Glei­ch­zei­tig hat Natio­nal­rat Wal­ter Donzé (EVP, BE) die Dis­kus­sion über einen neuen Reli­gion­sar­ti­kel in Bun­des­bern lan­ciert. Mit sei­ner par­la­men­ta­ri­schen Ini­tia­tive „Recht­sord­nung, Werte und Reli­gions­frie­den sichern“ (10.448) will Donzé die Ver­fas­sung und die Gesetze so ändern, dass bewährte christ­liche und frei­heit­liche Werte in einer sich wan­deln­den Gesell­schaft nach­hal­tig ges­chützt wer­den, die Schwei­zer Recht­sord­nung respek­tiert wird und der Reli­gions­friede gewähr­leis­tet ist. „Die Reli­gion darf nicht aus der Öffent­li­ch­keit ver­bannt wer­den. Son­dern unsere anges­tamm­ten christ­li­chen Werte sol­len in einer fried­li­chen Koexis­tenz der Bekennt­nisse ges­chützt wer­den“, for­dert Wal­ter Donzé in sei­ner letz­ten Ses­sion.

 

Solo­thurn, den 19. Juni 2010/nh